Irland-Studienreise

01. bis 06. Oktober 2013

Zollernalbkreis

Die „Grüne Insel“ Irland mit ihren abwechslungsreichen Landschaftsformen, prächtigen Landschaftsgärten, kulturellen und historischen  Sehenswürdigkeiten lernten jüngst 28 Reiseteilnehmerinnen des LandFrauenverband Zollernalb  auf einer 6-tägigen Studienreise kennen.

Am Dubliner Flughafen wurden die Gäste aus dem Zollernalbkreis vom Reisleiter und Busfahrer Eckhard Ladner (Sozialwissenschaftler, Studien- und Programmleiter des Europäischen Bildungs- und Begegnungs-Zentrums  Irland) erwartet. Er informierte auf dem Weg in die Innenstadt zum Botanischen Garten über die geschichtliche und politische Entwicklung Irlands, sowie den irischen Regen, der ab und an einsetzte. Von dem ließen sich die Reisenden auch nicht beim Rundgang durch den großen Park mit über 20.000 Pflanzenarten und mehreren viktorianischen Gewächshäusern abschrecken. Daran schloss sich der Besuch der größten Kathedrale Irlands, der  St. Patrick`s Kathedrale aus dem 12./13. Jahrhundert an. Sie wurde damals vor den Mauern der Stadt erbaut, galt lange als „Kirche des Volkes“ und erlebte im Laufe der Jahre eine wechselvolle Zeit. Zerstörung, Brand, wie auch den Übergang vom Katholizismus zum Anglikanismus. Die meisten Menschen besuchen heute die weltliche Kathedrale vorwiegend wegen der Grab-Steinplatte von Jonathan Swift - irischer Schriftsteller, Satiriker und Dekan der Kathedrale von 1713 bis 1745. Nach der Führung ging es in den Südosten der Insel nach Bray zur Hotelunterkunft.

Der Killruddery House and Garden - Besuch und die Besichtigung der ältesten Universität Irlands, dem Trinity College (1592) in Dublin standen am nächsten Tag auf dem Programm. Das berühmte Ausstellungsstück der Bibliothek, das „Book of Kells“ das um 800 entstand und den lateinischen Text der vier Evangelien auf 340 Kalbshautblätter enthält, begeisterte ebenso, wie der übergroße „Long Room“ (64 Meter lang, 12 Meter breit) mit seinem hölzernen Tonnengewölbe und die älteste Holzharfe Irlands. Eine stilvolle „Tea-Time“ mit Ingwer-Plätzchen gab es anschließend bei Helen Dillon. Sie ist Besitzerin des schönsten Privatgartens Irlands im eleganten Dubliner  Vorort Ranelagh. Auch bei Regenwetter machte es Spaß, die enorme Vielfalt der blühenden Pflanzen in ihrem liebevoll angelegten Garten zu bestaunen.

Das „irische Wetter“ präsentierte sich auch am dritten Tag, als es in die Wicklow Mountains ging. Erster Halt war in Glencree. Im Frieden- und Versöhnungszentrum stellte Miriam Murphy die „Operation Shamrock“ vor. Viele Hunderte deutsche  Kinder im Alter von fünf bis fünfzehn Jahren wurden nach Ende des 2. Weltkrieges durch die Hilfsaktion des Irischen Roten Kreuzes vor dem sicheren Hungertod gerettet. Ein Großteil der Kinder, die bis zu drei Jahren dort versorgt wurden, blieben in Irland. Waltraud Straubinger, auf deren Initiative die Studienreise für den LFV möglich wurde, konnte durch ihre  Unterstützungsarbeit des Zentrums viele Fragen zur Friedensarbeit beantworten. Natur pur war bei der  Fahrt über die Hochflächen der Grafschaft Wicklow mit einzigartiger Hochmoorlandschaft, riesigen Torfgebieten und Heidekraut bis nach Glendalough, im Tal der zwei Seen, angesagt. Von der riesigen Klosteranlage, die der Heilige Kevin im 6. Jahrhundert gründete, sind nur noch wenige frühchristliche Ruinen erhalten. Eine schöne Wanderung führte vom oberen See bis zum Steildachkirchlein „St. Kevins`s Kitchen“ und einem 30 Meter hohen Rundturm. Danach schlug das Herz für alle Blumenliebhaber schneller. Der Besuch von Powerscourt House and Gardens faszinierte. Vom Herrenhaus aus lag einem das große Anwesen mit Freitreppe und Triton-See mit Fontaine zu Füßen, an den sich italienische und japanische Ziergärten anschlossen. Einen Einblick in die irische Landfrauen-Verbandsarbeit im Bereich Bray  gaben nach dem Abendessen im Hotel die Präsidentin Nuala Fox  und Vizepräsidentin Pat Booner.

Tags darauf führte die Reise ins geschichtsträchtige Brù Na Bòinne-Tal. Die Sonne lachte erstmals und endlos weite, grüne Wiesen mit Schafen und Kühen ließen sich rund um die weltberühmten Ganggräber von Newgrange aus der Jungsteinzeit erblicken.  In das Innere des etwa 5 000 Jahre alten Monument, das zum Weltkulturerbe gehört, gelangte man durch einen 19 Meter langen schmalen Eingang. Dieser endete in einer Kammer mit drei Nischen, in der früher die Überreste der Toten ruhten. Die schönsten Hochkreuze Irlands mit biblischen Szenen in Stein gehauen aus dem 10. Jahrhundert beeindruckten in der Klosteranlage Monasterboice. Eines davon, mit fast sechs Metern Höhe ist das Größte der Insel. Mehr über die Geschichte Irlands erfuhren die Frauen bei einer Gesprächsrunde mit dem ehemaligen Leiter der Bluefeather-Language-School Greg Rosenstock. Er informierte im Hotel über die Gälische Sprache (alte keltische Sprache), die nur noch in 30 000 Familien gesprochen wird und beantwortete die Frage: Wo sind die Eichenbäume Irlands geblieben? Sie wurden in früheren Jahrhunderten für den Schiffsbau abgeholzt. Für ein Kriegsschiff benötigte man 60 000 Bäume. Heute ist diese Baumart nur noch zu etwa fünfzehn Prozent auf der Insel vertreten.

Die Hauptstadt Dublin mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten konnte am vorletzten Tag bei allerbestem Sonnenscheinwetter  auf eigene Faust erkundet werden. Zwei Frauen erlebten dabei eine Begegnung der besonderen Art. Sie suchten den kürzesten Weg zur National-Galerie, sprachen zwei Herren an und machten Bekanntschaft mit der hilfsbereiten irischen Mentalität.  Beim „Smalltalk“ bis zur Hauptstraße stellte sich heraus, dass an diesem Tag, sowohl der jüngere Herr als auch eine  Landfrau Geburtstag hatten. Es wurden Fotos gemacht und die Anstecknadel „Alltech“ am Anzugsrevers  machte neugierig. Zuhause erkannte man, dass man mit dem Gründer der Firma Alltech (Tierernährung & Tiergesundheit - in 128 Ländern) und seinem Neffen gesprochen hatte. Dr. Thomas Pearse Lyons, anerkannter Biochemiker, Top-Manager Irlands von 2012 und Besitzer mehrerer Brauereien weilte in Dublin und leitete die internationale Konferenz für die erfolgreichsten Milchvieh - und Fleischrinderhalter. Eine perfekte Kombination: Landfrauen - Landwirtschaft - Tiergesundheit.

Am Abreisetag nutzten die Landfrauen den sonnigen Vormittag noch für eine dreistündige Wanderung. Der „Cliffwalk“ von Bray bis zum Bray-Head bot herrliche Aussichten. Von den Dublin Mountains über  Bray Town/Harbour bis zu Dalkey Island reichte der Blick. Alle Frauen waren sich einig, dass diese Reise, bei der auch traditionelle Irish Music Pubs (auch mit Show) besucht wurden, ein einmaliges Erlebnis war und noch lange in Erinnerung bleiben wird.


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