Singend in den Sommer                                                     20.07.2016

 

                                                                                                               von Manfred Steger
Singend gingen die Landfrauen aus Hechingen in die Sommerpause. Manfred König begleitete die Sängerinnen beim Singen der Volkslieder. Franz Bausinger erzählte, zwischen den Liedern, allerhand Interessantes über verschiedenes Brauchtum. Er sprach vom Symbol der Linde, als Baum der Fröhlichkeit, unter dem man sich früher zum Tanz und Fröhlichsein getroffen hat. Im Gegensatz zur Eiche, die als Gerichtsort gedient hat.

Als die Postkutschenzeit gerade zu Ende ging, hat man sie romantisiert. So wurde 1831 Nikolaus Lehnau, bei einem Aufenthalt in Steinhofen, zu seinem Gedicht „Der Postillion“ angeregt.
Bevor jedes Haus an die Wasserleitung angeschlossen wurde, war der Brunnen ein wichtiger Treffpunkt im Dorf. Neuigkeiten wurden ausgetauscht und abends trafen sich dort die Liebespaare.

Mit romantischer Verklärung schaute man auch auf die Mühlen. Es gab früher einen Mühlenzwang, das heißt jeder Bauer musste sein Korn in die ihm zugewiesene Mühle bringen. Den Müllern hat man oft nicht so recht getraut, dass sie auch ehrlich abrechnen würden.

Vor hundert bis hundertfünfzig Jahren wurde das Wandern modern. Die Menschen aus der Stadt wollten zurück zur Natur, sie fuhren in die „Sommerfrische“. Die heutige mobile Gesellschaft war früher undenkbar. Man hat seinen angestammten Ort nur unfreiwillig verlassen, etwa wenn man den Hof wechseln musste, wenn man zum Militär eingezogen wurde oder man gar zur Auswanderung gezwungen war.
Auch die Geschichte des Hohenzollernliedes, das von Konstantin Killmayer gedichtet wurde, war Thema. Der Hintergrund des Liedes war das Heimweh, das die Soldaten geplagt hat, die, nachdem Hohenzollern preußisch geworden war, ins Elsass oder ins Rheinland eingezogen wurden.

Schließlich las Franz Bausinger noch aus dem Notizbuch seines Urgroßvaters vor, das dieser geschrieben hatte als er in Köln Soldat war.
Beim Wunschkonzert wurden aus dem Liederbuch Wunschlieder gewählt, die spontan und gekonnt von Manfred König mit seinem Akkordeon gespielt und von allen mitgesungen wurden.

Brigitte Steger bedankte sich bei Franz Bausinger und beim Musikanten, Manfred König, für die wunderbare Gestaltung des informativen und gleichzeitig kurzweiligen Nachmittags. 

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Lehrfahrt der Landfrauen zur Landwirtschaft von heute          18.07.2016

                                                                                                               von Manfred Steger
Der Erlebnishof Dreher in Bad Saulgau-Lampersweiler, war das erste Ziel der Lehrfahrt. Der junge Betriebsinhaber, Tobias Dreher, stellte in der Führung die drei Standbeine seines Hofes vor: Milchkühe, Biogas und Ferienwohnungen. Beim Gang durch den Kuhstall bemerkten die Teilnehmer die großen Veränderungen, gegenüber der Viehhaltung, noch vor wenigen Jahren. Die Kühe können sich frei, im ganzen Stall, bewegen. Sie gehen selbständig, wann immer sie wollen, in den Melkroboter. Zuerst wird automatisch geprüft, ob das letzte Melken lange genug zurück liegt, gegbenenfalls wird das Euter gesäubert. das Melkzeug angelegt und gemolken. Während die Besucher durch den Stall gingen, fuhr der Futterautomat durch den Stall und verteilte das Futter in die Futterrinne. Durch den Spaltenboden entfällt auch das Misten.

Die Biogasanlage erzeugt elektrischen Strom und Wärme. Mit beidem wird der Hof und das ganze Dorf versorgt. Grundlage für die Erzeugung des Biogases ist der Maisanbau.

Schließlich konnte ein Ferienappartement, bei dem gerade Bettenwechsel war, besichtigt werden. Dem Hofladen wurde natürlich auch ein Besuch abgestattet.

Nach dem Mittagessen, auf dem Erlebnishof, fuhr man weiter zur Firma Chiron in Baltringen-Mietingen. Sie vertreibt nachwachsende Rohstoffe. Vor allem die Lebensmittel aus Hanf waren von Interesse. Auf einem Hanffeld wurde die Geschichte des Hanfanbaus erklärt. Angebaut werden heute Sorten, die praktisch keinen Anteil an berauschenden Stoffen enthalten.

Früher wurden vor allem die Fasern des Hanfstrohs verwendet. Es wurden daraus zum Beispiel Stoffe gefertigt. Dazu mussten die verholzten Teile, die „Schäben“, des Strohes möglichst gut entfernt werden. Wenn das nicht so gut gemacht wurde, war die Kleidung rau, halt „schäbig“. Heute werden, aus dem Hanfstroh, neben Textilien, Hanfbriketts und Dämmstoffe produziert. Aus den Hanfsamen werden Lebensmittel, wie Hanföl, Hanfnudeln, Brotaufstriche usw. hergestellt. Von den Produkten konnte man sich, im Werksverkaufsladen, bei den angebotenen Proben, überzeugen.

Letzte Stadion war das Mühlenkaffee in Maselheim. Bei Kaffee und Kuchen konnten die Eindrücke der beiden ersten Stationen besprochen werden. Vor der Heimfahrt gab es noch eine Führung durch die voll ausgestatte Mühle. Zwar wird dort nicht mehr Korn gemahlen, aber der Bach treibt noch einen Generator zur Stromerzeugung an.

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Ernst-Ludwig Kirchner Ausstellung Modelle, Akte und Kokotten  11.07.2016
 


                                                                                                   von Carola Gsell-Hodler

Die Stadthalle Balingen für sich alleine, hatten die Landfrauen des Zollernalbkreises,bei
einer Sonderführung in der Ernst Ludwig Kirchner Sommerausstellung.
Kunsthistorikerin Frau Bucher- Schlichtenberger präsentierte gekonnt den interessierten Frauen Ölgemälde, Holzschnitte, Aquarelle, Radierungen, Litografien und Fotografien des Expressionisten.

Sie zeigte intime Einblicke in das künstlerische Schaffens Kirchners ab 1905 in Dresden, erläuterte wie sich seine Bilder veränderten, bis zu seinem Tod 1938 in Davos.
Die verschiedenen Techniken und seine stilistische Entwicklung von runden Formen zu eher zackigen Strichen, wurde  den aufmerksamen  Frauen erklärt.

Kirchners schwieriges Leben, seine Frauen und Modelle, waren ein spannendes Thema für die Landfrauen.

Die Ausstellung, die es in dieser Form noch nie gegeben hat, wird in Erinnerung bleiben.


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