Landfrauen fahren zu Krippen und erkunden den Naturschutz  27.01.2016

                                                                                                              von Manfred Steger
Berkheim-Bonlanden war das erste Ziel der Lehrfahrt der Landfrauen aus Hechingen.
Gleich nach der Ankunft wurde die Gruppe von einer Ordensschwester der Franziskanerinnen über den Krippenweg geführt.

Beginnend mit dem Leben und Wirken von Franz von Assisi, der ja als erster die Geburt Christi, mit lebenden Menschen und Tieren, nachgestellt hat, ging es zu der großen Simultankrippe.
Sie fängt an mit der Verkündigung an Maria, sie werde den Heiland gebären.
Die Krippenlandschaft endet mit der Darstellung der Samariterin am Brunnen, der Jesus lebendiges Wasser anbietet. Die ganze Heilsgeschichte wird im schwäbisch- allgäuerischen Raum angesiedelt, sowohl was die Landschaft, als auch die Bekleidung der Menschen betrifft.
Die Figuren stammen aus unterschiedlichsten Zeiten aus dem 17. bis zum 19. Jahrhundert.
Zum Teil passen sie nicht wirklich zusammen. Trotzdem macht der Krippenweg einen einheitlichen Eindruck. Detailreich werden Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt, zum Beispiel seine Ausbildung zum Zimmermann – eine Darstellung, die ganz besonders bei den Kindern äußerst beliebt ist.

Nach dem köstlichen Mittagessen im Kloster Bonlanden ging die Fahrt weiter zum Naturschutzzentrum Obere Donau, nach Beuron. Es wurden die Ausstellung im früheren Bahnhof und die Projekte des Zentrums vorgestellt. Man erfuhr viele Details über den Naturpark Obere Donau.

Kaum einer hat die Temperaturspanne, zwischen Sommer und Winter, in den bekannten Felsen im Donautal richtig eingeschätzt: Zwischen – 40 und + 80°C können sie liegen.
Hier leben nur Tiere und Pflanzen, die genau an diesen extremen Lebensraum angepasst sind. Sie dürfen auch nicht, durch Kletterer, gestört werden. Manche Pflanzen sind so empfindlich, dass sie bereits durchs darauf treten zerstört werden. Sie müssen dringend geschützt werden. Da die Landschaft aber auch der Erholung der Menschen dienen soll, müssen immer wieder Kompromisse, auch mit Verboten, geschlossen werden. Es sollte eigentlich jedem klar sein,
dass man auf einer gesperrten Wiese nicht picknickt, auf einem gesperrten Felsen nicht klettert. Dass man seinen Abfall in jedem Fall wieder mitnimmt, ist natürlich auch selbstverständlich.

Nach dem Kaffeetrinken und weiterten Informationen über die Vermarktungsmöglichkeiten der Produkte der Gegend, wie Wolle, Äpfel usw., ging es zurück nach Hechingen.

 

____________________________________________________________

In Brasilien fällt kein Schnee – Indianerfrauen in Brasilien        19.01.2016
                 

                                                                                                            von Manfred Steger
Gabriele Lang aus St. Johann - Lonsingen von der Deutschen Indianer-Pionier-Mission e.V. (DIPM), war Gast bei den Landfrauen  in Hechingen. Sie hat mehrere Jahre, unter Indianern, in Brasilien gelebt und weiß deshalb wirklich Bescheid über deren Leben. Gabriele Lang war, als junge Frau, mit ihren kleinen Kindern in Brasilien.

Die Indianerfrauen in ihrem Alter waren aber bereits Großmütter, die Mütter mit Kindern, im Alter ihrer Kinder, waren Teenager. Sehr jung bekommen die Frauen dort Kinder, oft auch nach einem Missbrauch und es sind viele Kinder im Laufe ihres Lebens.
Wie das Wetter sind auch die Einstellungen und Vorstellungen von der Welt ganz anders als unsere. Die Indianer sind Animisten, d.h. alle Naturerscheinungen werden als beseelt, von guten, aber auch von bösen Geistern bewohnt, angesehen. Alles hat Zauberkraft. Die bösen Geister müssen durch Rituale und Zauber besänftigt werden. Angst ist allgegenwärtig. Wer Körperflüssigkeiten, Nägel, Haare oder Kleidung eines anderen besitzt, hat Macht über ihn. Hier kann christliches Gedankengut und Beten von den tiefen Ängsten befreien, so Gabriele Lang. Die älteren Indianer beherrschen die Rituale zur Besänftigung der Geister. Sie werden auch bei Krankheiten als „Heilmittel“ angewendet -oft aber nicht erfolgreich. Hier hilft oft das medizinischen Wissen der Missionare weiter. Was an indianischer Medizin helfen kann, ist das Wissen über die Heilwirkungen verschiedener Kräuter. Aber die Vorstellung über den Wirkzusammenhang, den die Indianer haben, ist der unseren geradezu entgegengesetzt. Frauen sind im allgemeinen nicht auf die Geburt ihrer Kinder vorbereitet und sie gebären, meist allein, auf dem Feld oder im Wald. Von ihrer Tradition her halten sie Leid und schwierige Lebenssituationen einfach klaglos aus.

Am liebsten leben die indigenen Völker als Jäger und Sammler. Wenn man Hunger hat holt man sich etwas zu essen. Heutzutage sind sie aber mehr und mehr darauf angewiesen, Ackerbau zu betreiben. Der natürliche Rhythmus von Tag und Nacht (in den Tropen jeweils etwa 12 Stunden) spielt eine große Rolle, solange nicht elektrischer Strom und damit, zuerst eine Lampe und dann, mit großen Satellitenschüsseln, das Fernsehen, ins Dorf kommt.

Eine Kultur der Schuld kennen sie nicht. Sie sind beschämt, wenn sie etwas falsches getan haben und dabei erwischt worden sind. Das kann so weit gehen, dass jemand, der so sein Gesicht verloren hat, die Gemeinschaft verlassen muss.
Der animistische Glaube ist lebensbedrohend und nicht Folge von Eingriffen der Weißen. Die edlen Wilden, die frei und sorglos in den Tag hineingelebt haben, hat es nie gegeben, so Gabriele Lang. Mission heute ist Hilfe zur Befreiung von Ängsten und nicht zuletzt medizinische Hilfe, Gesundheitsvorsorge, Alphabetisierung und Hilfe bei der Landwirtschaft.

Die Ortsvorsitzende, Brigitte Steger, bedankte sich, am Ende des hochinteressanten Vortrags, bei der Referentin, mit einem kleinen Geschenk.
Wer mehr über die Deutsche Indianer-Pionier-Mission erfahren möchte:
Kirchbergstraße 37, 72813 St. Johann; Tel.: 07122 180 oder Internet: www.dipm.de


Aktuell   Kontakt   Sitemap   Impressum   Datenschutzerklärung  
(c) 2013 - 2018 KreislandFrauenverband Zollernalb e.V. - Alle Rechte vorbehalten .