EIN NACHMITTAG BEI DEN LANDFRAUEN                 18.02.2016

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        von JUDITH MIDINET, HZ  
Zum Stricken, Häkeln und zum Plaudern treffen sich Frauen rund um Burladingen einmal im Monat im Bahnhof. Die Idee dazu entstand vor drei Jahren bei einer kleinen Kaffeeklatschrunde. Heute kommen zwischen 20 und 30 Frauen zu den beliebten Stricktreffen.

Ein Pläuschchen bei Nadelgeklapper

Handarbeit will gelernt sein: Marlies Freudemann von den Landfrauen zeigt Strickideen für den Frühling

Stricken ist einfach? Von wegen! Aber es ist Konzentration, Meditation und Geselligkeit. Zu den Stricktreffen der Landfrauen im Burladinger Bahnhof kommen einmal im Monat über 20 Frauen.

Schwupp, schon wieder ist eine Masche runtergefallen. Um mich herum plaudern die Frauen, die Nadeln bewegen sich rasant, nur bei mir will das alles noch nicht so gelingen: Meine Finger wissen nicht wohin, die Stricknadeln lassen sich nicht biegen und die Wolle bleibt eh nicht dort, wo sie sein soll. „Ich muss mal wieder nach meiner Strickliesel schauen“, sagt meine Nebensitzerin Agathe Thomann. Gott sei Dank! Ohne sie wäre ich aufgeschmissen. Normalerweise fliegen meine Finger über die Computertastatur, mit dem Stricken haben sie es wohl nicht so. „Nur die Profis stricken blind“, beruhigt mich Agathe Thomann. Das kann also wohl noch was werden mit mir. „Da muss man sich schon konzentrieren“, pflichtet ihr Elisabeth Klumpner bei. Beide nehmen seit zwei Jahren an den Stricknachmittagen der Landfrauen im Bahnhof teil, sind selbst im Verein. Gestrickt wird für die Enkel oder auch neueste Trends für den Frühling. Nebenher bleibt Zeit, um sich auszutauschen über dies und das – und natürlich übers Stricken.
Die Idee zu den Stricknachmittagen hatten die Landfrauen Marlies Freudemann und Annette Riehle vor drei Jahren. „Die Frauen kannten sich gar nicht und da haben wir ein Kaffeekränzle veranstaltet“, erzählt Annette Riehle. Danach war klar: „Wir treffen uns wieder, aber nächstes Mal wird gestrickt.“ Seither kommen die Frauen einmal im Monat im Winter zum Stricken zusammen. Zwischen 20 und 30 Strickerinnen sind es immer. Es gibt Kaffee und Kuchen. Jede bringt was mit oder wirft etwas ins „Kässle“. Auch wer nicht stricken kann, ist willkommen. Marlies Freudemann bringt Ideen und Muster mit. Sie hilft, wenn eine nicht weiß, wie sie weiter stricken soll. „Eine weiß immer, wie es geht“, sagt Elisabeth Pfister, die über ihre Mutter zu dem Nachmittag gekommen ist. Sie häkelt an einem Schultertuch. „Das hat etwas Meditatives. Der Kopf wird leer“, sagt sie. Es hat sich rumgesprochen, dass die Nachmittage im Bahnhof nett sind. Es kommen nicht nur Frauen aus Burladingen, sondern auch aus Bisingen, Rangendingen, Schlatt und Erpfingen. Eine Frau aus der Sonnenbühl- Gemeinde erzählt, dass sie nach einem Schlaganfall mit dem Häkeln ihre Motorik trainiert. „Stricken geht nicht mehr“, erzählt sie, „aber Häkeln und Nähen muss sein.“ Es ist ihr Training, um fit zu bleiben, damit sie auch weiterhin selbständig in ihrem Haus leben kann.
Die Ohren gespitzt höre ich gespannt, was die Frauen alles erzählen und vergesse fast mein Strickzeug. Aber Lehrerin Agathe Thomann schaut genau hin. „Wird doch was“, beruhigt sie mich und erzählt: „Früher habe ich auch nicht gern gestrickt, aber mit der Ruhe und den Enkeln habe ich wieder angefangen.“

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Zimmerleute auf Wanderschaft – Ehrbar oder Schlitzohr   17.02.2016


                                                                                                      von Manfred Steger
Bei den Landfrauen berichtete der Hechinger Zimmermeister Stefan Löffler über die Walz der Handwerksgesellen. Er erzählte von eigenen Erlebnissen in der „Vereinigung der rechtschaffenen fremden Zimmer – und Schieferdeckergesellen“ (Dachdecker). Wichtig war ihm der Hinweis auf die uralte Tradition.

Strenge Regeln gelten bei den „ehrbaren, rechtschaffenen Fremden“: Nicht jeder Zimmergeselle wird aufgenommen. Er braucht ein polizeiliches Führungszeugnis, muss ehelos sein, darf keine Kinder haben und höchstens 27 Jahre alt sein. Dann muss er sich mindestens drei Jahre und einen Tag, mehr als 50 km von seinen Heimatort, aufhalten. Hält ein Geselle sich nicht an die strengen Regeln, wird ihm der Ohrring vom Ohr weggerissen – er ist nun ein Schlitzohr und für jeden Kundigen als solcher zu erkennen.

Die Kleidung ist genau vorgeschrieben: Schwarzer Hut, weißes, kragenloses Hemd, Manchesterweste, Manchesterjacke, schwarze Schuhe und nicht zuletzt die „Ehrbarkeit“, eine Art Krawatte, mit dem jeweiligen Handwerkswappen.

Sein Hab und Gut, die notwendigen Werkzeuge und Wäsche zum Wechseln, trägt der Geselle, gebunden in dem „Charlottenburger“ mit sich. Dies ist ein buntes ca. 80 mal 80 Zentimeter großes Tuch. Stefan Löffler hatte einige Beispiele für Charlottenburger dabei.

Die rechtschaffenen fremden Gesellen sind eine Vereinigung von gleichgesinnten und gleichberechtigten Bauhandwerkern, die in die Welt hinausziehen um sich mit den Bräuchen, Lebensgewohnheiten und Arbeitspraktiken anderer Menschen und Völker vertraut zu machen. Löffler berichtete, immer noch mit Erstaunen, über die anderen Techniken, die ihm an seiner ersten Arbeitsstelle in der Fremde, in Genf, aufgefallen sind. Auch sein Wanderbuch, in dem alle seine Stationen während der Walz eingetragen sind, ließ er durch die Reihen gehen.

Angefragt wurde, ob auch Frauen mitgehen könnten. Seine Antwort: Nein, aber die Vereinigung würde Frauen helfen einen  eigenen „Schacht“, eine eigene Vereinigung, aufzumachen. Dies ist aber bis heute nicht geschehen.

Schon 1951 wurde die Europäische Gesellenzunft, die C.C.E.G. (Confédération Compagnonnages Européens) als Dachorganisation der Gesellenvereinigungen gegründet. Sie sind damit die ersten Europäer der Nachkriegszeit.

Die Ortsvorsitzende, Brigitte Steger, bedankte sich bei Stefan Löffler für seinen Vortrag, den er mit viel Humor und Engagement für die Sache vorgetragen hat, mit einem kleinen Geschenk. Die Landfrauen haben Einblicke erhalten in eine, für Außenstehende, fremde Welt.


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Brotbacken für Anfänger                                                        16.02.2016

                                                                                                                   von Inge Lorch
Im Seminarraum der Stingel-Mühle in Balingen-Dürrwangen konnte Birgit Lang zehn interessierte Frauen begrüßen.

In dem 200 Jahre alten Mühlengebäude an der Eyach betreibt Familie Halter einen Mühleladen, daneben bieten sie Backkurse an und an speziellen Backtagen kann man frisches Brot und Kuchen kaufen.
Zu Beginn erläuterte Frau Eva Halter die Herstellung von einem Brotteig, begonnen wird bereits am Tag zuvor mit dem Vorteig.
Sie zeigte den Teilnehmerinnen wie sie den Teig in der Teigknetmaschine knetet, dabei spielen die Temperatur der Zutaten und die Dauer des Knetens eine wichtige Rolle.
Danach durften die Teilnehmerinnen selbst aktiv werden, jeweils zwei Dinnete formen und belegen und unter fachkundiger Anleitung ein Brot formen und in ein  Brotkörbchen zum Aufgehen legen.
Anschließend ging es ins Backhaus wo zuerst die Dinnete und anschließend das Brot in den Backofen geschoben und gebacken wurden. Bald duftete es verführerisch und die erste Dinnete konnte probiert werden.

Bei Kaffee und einem sagenhaften Birnen-Schokokuchen kam Frau Halter kaum nach die unzähligen Fragen zum  Thema Brotbacken zu beantworten.

Birgit Lang bedankte sich bei ihr für den sehr lehrreichen Kurs.

Mit ihrem frisch gebackenen Brot, den Dinnete und Mehl, Körnern und Zutaten aus dem Mühleladen eingedeckt machten sich die Frauen auf den Heimweg und bestimmt gibt es bei den meisten zu Hause bald auch selbst gebackenes schmackhaftes Brot.

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Chaosflechten aus Weiden - Kreativworkshop bei den Landfrauen            
13. und 20.02.2016

                                                                                                                  von Katharina Stauß
Die Landfrauen aus der Region Bisingen veranstalteten an zwei Nachmittagen einen
Workshop zum Chaosflechten.

Unter der fachkundigen Anleitungen von Floristin Daniela Sum aus Steinhofen, endstanden Schritt für Schritt Herzen oder Kränze aus frischen Weidenzweigen.

Zuerst wurde ein Grundgerüst erstellt, an dem dann die Weidenzweige frei und ohne Muster eingeflochten wurden. So entstanden nach etwas kreativer doch durchaus auch kraftvoller
Arbeit wunderschöne Weidenherzen und Weidenkränze.
Nach dem Abtrocknen der Weidenformen wurden sie mit Leinölverdünnung eingesprüht zum Schutz vor der Sonne. Mit Blumen bepflanzt werden die Herzen und Kränze sicher in den Landfrauengärten ein Frühlingshingucker.


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