Landfrauenverband steht allen offen             Schwarzwälder-Bote, 28.12.2014 

                                                                                           Von Erika Rapthel-Kieser

Rund 20 Frauen haben sich im Stall des Bio-Bauern Ralf Riehle in Burladingen-Hausen versammelt. Sie sind zwar nicht alle Bäuerinnen, aber allesamt im Landfrauenverband aktiv – und ihr Kalender ist in den Wintermonaten prall gefüllt.

Im Dezember steht unter anderem die Lehrfahrt zum Riehle-Hof auf dem Programm, wo sich die Gäste den hochmodernen Melkcomputer erklären lassen. "Im Winter ist bei uns mehr los", erzählt Annette Riehle, Vorsitzende der Ortsgruppe Burladingen des Landfrauenverbands. Es ist der Jahreszeit geschuldet, dass die Landfrauen, wenn sie nicht mit Aussaat, Felderpflege und Ernte beschäftigt sind, mehr Zeit für die Treffen und Bildungsveranstaltungen haben. Der Veranstaltungskalender, den Annette Riehle und ihre Stellvertreterin Marlies Freudemann schon Monate im Voraus jeweils für ein halbes Jahr erstellen, trägt dem Rechnung. Vorträge, Lehrfahrten, Fotokurse, Seminare für kommunalpolitisch interessierte Frauen, Wanderungen und Betriebsbesichtigungen finden sich darin. Auch Themen wie Elternunterhalt, Pflege hilfsbedürftiger Angehöriger, Yoga, Aqua-Fitness oder ein Schweißkurs werden geboten.

Allein die Burladinger Ortsgruppe des Landfrauenverbands zählt 60 Mitglieder, kreisweit sind es in zehn Ortsgruppen 380. So wie die Volkshochschulen versteht sich der Verband der Landfrauen vor allem als Bildungseinrichtung, wird vom Bildungs- und Sozialwerk der Landfrauen unterstützt.

Der Deutsche Landfrauenverband wurde am 20. Oktober 1948 gegründet. Die Anfänge der Landfrauenverbände liegen jedoch schon weiter zurück. Vorläufer waren die landwirtschaftlichen Hausfrauenvereine, die Ende des 19. Jahrhunderts von Elisabeth Boehm ins Leben gerufen wurden. Ihr Ziel war es, Frauen zum Zweck der ländlich-hauswirtschaftlichen und kulturellen Weiterbildung vereinsmäßig zu organisieren. "Damals war es für Frauen, die auf dem Land wohnten, schwer, sich weiterzubilden. Die Kindersterblichkeit war noch hoch und oft ging es darum, grundlegende Dinge in Sachen Hygiene oder Haushalt zu lernen", erzählt Annette Riehle.

Viel hat der Landfrauenverband seitdem erreicht. Die Themen haben sich gewandelt. Heute geht es oft auch um umweltgerechten Einsatz der Ressourcen, um nachhaltige Landwirtschaft. "Wir sind ja Produzentinnen und Verbraucherinnen", beschreibt Landfrau Riehle die Doppelrolle an der Schnittstelle der Nahrungsmittelproduktion. Der Landfrauenverband will aber mehr sein als ein Berufsverband der Bäuerinnen. "Landfrauen, das sind für uns alle Frauen, die im ländlichen Raum leben. Die sind alle bei uns willkommen. Einfach mal anrufen und dazukommen", rät Annette Riehle. Ein gutes Beispiel ist Adelheid Kalbacher. Sie hatte nie einen Bauernhof, sondern arbeitete auf der Bank, ist inzwischen Mitglied im Kreisverband der Landfrauen und fühlt sich bei den Frauen pudelwohl.

Weitere Informationen: Der Schwarzwälder Bote begleitet zwölf Monate lang mit je einem Artikel verschiedene Burladinger Voll- und Nebenerwerbslandwirte durch ihren Jahreslauf. Von März 2014 bis Februar 2015 erzählen wir, was der Landwirt im jeweiligen Monat so macht und was sich verändert hat auf den Burladinger Bauernhöfen.

 

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Advent – heute noch eine besondere Zeit                          02.12.2014

Mit dem Adventslied „Macht hoch die Tür“ begann die  Veranstaltung der Landfrauen. Pfarrer Frank Steiner (Rangendingen - Hechingen/Nord) las eine moderne Adventsgeschichte vor.

Nach weiteren Strophen des angefangenen Adventsliedes, betonte Pfarrer Steiner was, auch heute, die Adventszeit noch zu einer besonderen Zeit macht: das Unterbrechen von Routinen.
Er zeigte dies am Beispiel von Johann Heinrich Wichern, der, als Zeichen der besonderen Zeit, 1839 in seinem Waisenhaus, dem Rauhen Haus in Hamburg, den Adventskranz eingeführt hat. Für Frank Steiner gehörten zu dieser Unterbrechung der Routine auch z.B. das Lied „Tochter Zion“, das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach oder Lebkuchen.
Er bedauerte sehr, dass dieses Gebäck schon sehr früh in den Geschäften angeboten und gekauft und natürlich auch gegessen wird. Auch Räuchermännchen stellen für ihn ein Symbol für die Adventszeit dar. Nur in dieser Zeit werden sie benützt.

Nach einer weiteren modernen Weihnachtsgeschichte, bei der viel Heiterkeit aufkam, ging man zu Kaffee und Kuchen über.

Die Ortvorsitzende, Brigitte Steger, bedankte sich bei Pfarrer Steiner mit einem kleinen Geschenk.


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